Social Media: Eine Praktikantenaufgabe
Mal wieder eine kleine amüsante Randnotiz aus dem Unternehmensalltag und gleichzeitig ein Hinweis auf die Bedeutung, die Unternehmen Sozialen Medien beimessen.
Über das interne Verteilsystem landete eine E-Mail mit dem Betreff „Facebook-Seite“ in meiner Mailbox.
Gestellt wurde die Anfrage über das Kontaktformular auf der daimler.com – also hochoffiziell an die Daimler AG. Nach kurzer Vorstellung „[…] ich mache derzeit ein Praktikum bei der Firma Soundso. Ich habe ein Projekt übertragen bekommen, eine Facebook-Seite für das Unternehmen zu erstellen […]“
Aha, eine Praktikantin soll den Facebook-Auftritt eines international tätigen Unternehmens mit mehr als 1.000 Mitarbeitern managen. Nachfolgend kamen dann konkrete Fragen zu den Account-Settings auf Facebook und so weiter.
- Warum überträgt ein Unternehmen einer Praktikantin Aufgaben, die Kerngeschäft von Agenturen sind?
- Wie hoch muss der Verzweiflungsgrad der Praktikantin sein, um sich mit diesem Anliegen an die Daimler AG zu wenden?
- Vielleicht hat das Unternehmen ja auch Google gesperrt, oder der Dame ist weder mashable.com noch facebookmarketing.de ein Begriff.
Die besagte Firma ist seit mehr als 100 Jahren im Anlagenbau tätig und hat in diesem Zeitraum bestimmt gelernt, dass man ohne qualifizierte Mitarbeiter keine hochwertigen Maschinen bauen kann. Das scheint offensichtlich funktioniert zu haben - zumindest die letzten 100 Jahre. Genau so funktioniert das für die Bereiche Einkauf, Vertrieb, Controlling, aber auch für „Randbereiche“ wie Marketing oder Kommunikation!
Wenn ein Unternehmen einen Facebook-Auftritt für wichtig erachtet, muss es eine Agentur damit beauftragen, oder es sein lassen. Auf ein Joint Venture mit einem weltweit führenden Unternehmen aus der Automobilbranche sollte es dabei lieber nicht bauen.