Ähnlichkeiten

Ab und zu sehe ich Personen und mein Gedächtnis liefert mir ein ähnliches Muster dazu. Die Frisur scheint beim Abruf aus dem Speicher eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen. Hier eine kleine Auswahl meiner Synapsenaktivitäten:

1. Gottlieb Daimler (dürfte bekannt sein) und Richard Gaul, langjähriger Leiter der Konzernkommunikation der BMW Group - dem zweitbesten Premiumhersteller von Automobilen.

Daimler
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2. Bonnie "Prince" Billy, Indie-Singer/Songwriter aus Kentucky und Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG - unter anderem Hersteller der besten Premiumautos.

Zetsche
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3. Christian Maier, freier Journalist und Michael Douglas, Schauspieler

Meier
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4. Gunter Netzer, Bundesfußballerklärer vor allem für Frauen, und Kristina Schröder, Bundesministerin, für Familie, Senioren, Jugend und vor allem für Frauen, bzw. deren Quote in Führungspositionen.

Netzer
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5. Der junge Reporter Tim (in "Tim & Struppi" dargestellt von Jamie Bell) und Stefan Keuchel, der junge Pressesprecher von Google Deutschland.

Tim
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Und es gibt doch, die (richtig) guten Musiker aus Deutschland - Elen Wendt

Vor drei Tagen war die Berliner Straßenmusikerin Elen Wendt zu Gast bei The Voice of Germany. Gedanklich hatte ich den Buzzer schon gedrückt, bevor sie noch den ersten Ton von sich geben konnte.

Warum? Weil sie mit ihren 22 Jahren schon eine kleine Persönlichkeit ist. Auf Twitter drückte ich das spontan so aus:

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Heute habe ich mal nachgeschaut, ob es noch mehr von ihr zu hören gibt und habe das gefunden - auch am 02.12.2012 hochgeladen. Auf ihrem eigenen Channel, den sie ein paar Tage vor der Show angelegt hat.

Auch diesen Song von Neil Young hat sie auf ihre ganz eigene Art gecovert. Perfekt!

Wer die Show nicht gesehen hat, hier nochmal ihr sensationeller Auftritt:

Ich bin ein "desinteressierter Journalist"

Die Ausgangssituation: E-Mail im Posteingang meines Firmenaccounts mit dem Betreff: Aktuelle Presseinformation: München bietet die höchste Lebensqualität in Deutschland.

Folgender Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Knaus,
München ist in diesem Jahr die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die alljährlich von der Beratungsgesellschaft xy durchgeführte weltweite Vergleichsstudie zur Bewertung der Lebensqualität in 221 Großstädten.

Weitere Studienergebnisse fasst die unten stehende Presseinformation zusammen. Ich würde mich freuen, wenn Sie eine Möglichkeit sehen, die Resultate redaktionell aufzugreifen.

Ich? Redaktionell aufgreifen? Wo? - Spontan ist mir nur mein Posterous-Sammelbecken eingefallen. Here we go.

Vermutlich hat die Pressestelle der Unternehmensberatung (mit weltweit 180 Niederlassungen kein kleiner Laden) bei der Umfrage zum PR Trendmonitor auf die Frage “Was nervt Sie als PR-Fachkraft am meisten in Ihrem Arbeitsalltag?” mit “Desinteressierte Journalisten” geantwortet.

Verteilerpflege ist das Zauberwort!

Es ist zwar mit Aufwand verbunden, aber es hilft ungemein ein Thema breiter und zielgerichtet zu streuen. Stimmt dieser nicht, führt das im besten Fall zur Löschung des Mails. Mit viel Glück, meldet sich der Empfänger mit der Bitte um "unsubscribe" zurück. Im ungünstigeren Fall kommt es zu solchen Reaktionen, wie dieser hier.

I had a dream, oder warum ich Twitter so schätze

Ich hatte heute heute Nacht einen Traum. Und ich weiß, es ist nicht ganz einfach, sich nach dem Aufwachen noch daran zu erinnnern. In diesem Fall war aber irgendwie alles ganz klar.

Ich träumte, dass ich mir an einer Tankstelle, mit angeschlossenenm Gebrauchtwagenhandel, ein neues Fahrzeug zulegte. Und zwar einen Ford Mondeo Kombi, aktuelles Modell, in lindgrün-metallic, mit cremefarbener Lederausstattung. Das Fahrzeug war allerdings nur mit Stahlfelgen ausgestattet, weswegen der Traum etwas länger dauerte. Denn ich wollte unbedingt noch irgendwo vernünftige Alufelgen aufzutreiben.

Als ich dann aufgewacht bin - ganz normal und nicht schweißgebadet - wurde mir klar, dass der Fehler nicht die fehlenden Alufelgen war, sondern der Traum an sich. Ich und ein Ford Mondeo. Unvorstellbar! Arbeite ich doch beim Daimler, da kommt nur das Beste oder nichts in Frage. Eben ein Mercedes.

Und jetzt kommt Twitter ins Spiel. Den Traum auf 140 Zeichen verpackt, fragte ich das Twitter-Orakel nach möglichen Interpretationen dieses seltsamen Traumes.

Die Anworten reichten von:

"Das ist nur ein Test deines Unterbewusstseins wie Du auf worst-case Szenarien reagierst ;)" bis hin zu "Beginn der Midlife Crisis? Dringend einen Hut kaufen & Siri fragen, sie kennt mind. 10 PsyDocs around you ... & mit Automatik ordern"

Meine Lieblingsantwort war allerdings diese:

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Der Mensch scheint ein wenig über mich zu wissen - ich kenne ihn nicht.

Soweit so gut. Das kennt man ja von Twitter: Menschen, die man eigentlich gar nicht kennt, nehmen Dinge wahr, von denen man denken sollte, dass sie niemanden intressieren würden. Weit gefehlt! Irgendwo gibt es immer Berührungspunkte und Themen finden die Menschen und manchmal auch umgekehrt.

Als ich heute Abend - 12 Stunden später - ein @reply der Ford Werke Gmbh endeckte, war ich baff. Eine Marke mischte sich in die Unterhaltung ein. Falsch, es waren Menschen, die hinter dieser Marke stehen - genau wie ich hinter "meiner" Marke stehe. Sie reagierten nicht "corporate" sondern sehr menschlich. Und genau das ist es, was ich an Twitter schätze - generell an Social Media. Marken müssen aus der Anonymität heraus, um erfolgreich zu sein. Sie werden greifbarer und es entstehen Beziehungen - schwache, aber immerhin.

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Weiter so!

 

Helles Kerlchen oder Vollpfosten?

Nachricht auf Xing:

"Sehr geehrter Herr Knaus,
laut Ihrem Profil suchen Sie Praktikanten im Bereich Corporate Blogging & Social Media. Ich bin ... und suche auf dem Weg zum Bachelor stets Möglichkeiten der Horizonterweiterung. Wenn Sie mir einen anspruchsvollen Praxiseinsatz bieten können, schicke ich Ihnen gerne meinen Lebenslauf zu. Folgende Zeiten stehen zur Auswahl: 07.11.2011 - 05.02.2012 und 30.04.2012 - 30.09.2012 ... Mit freundlichen Grüßen, ...."

Soweit so gut. Kurz gezuckt habe ich bei "anspruchsvoll" und immerhin hat er mir ja zwei Zeitfenster zur Auswahl gegeben.
Also gut denke ich und will ihm mal antworten. Drei Möglichkeiten boten sich mir "Weiterleiten" "Löschen" oder "Als Spam melden" - Option "Antworten!" Fehlanzeige. Ich wundere mich etwas, da mir das noch nicht vorgekommen ist. Vielleicht ein Bug.

Dann eben sein Profil aufrufen, um ihm darüber eine Nachricht zu senden. Folgende Meldung erscheint.
"Sie können diesem Mitglied auf Grund seiner Privatsphäre-Einstellungen keine Nachricht schreiben."

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Aha, vielleicht ist der Umgang mit Social Media doch zu "anspruchsvoll".

Drei Fragen, die mich umtreiben

"Plagiatsvorwurf: Eminem verklagt Audi" titelt Spiegel Online. Audi habe die Gitarrenriffs von Eminem's Song "Lose Yourself" geklaut und für einen A6 Avant-Werbespot verwendet.

Nicht nur das; der ganze Spot wirke wie ein Plagiat des erfolgreichen Super Bowl Spots von Chrysler. Wie es dazu gekommen sein könnte, darüber hat Patrick Breitenbach bereits hier auf sehr amüsante Art und Weise spekuliert.

Ein paar Fragen bleiben jedoch unbeantwortet:

1. Wie hat der Audi Spot den Weg ins Internet gefunden? Ein Unternehmenssprecher von Audi sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass der Spot ausschließlich für die Weltpremiere des Autos in Berlin produziert worden sei und nur dort vor einigen hundert Gästen gezeigt worden wäre. Wie der Clip den Weg ins Internet fand, sei unklar.

2. Spielt es bei der Klärung von Musikrechten eine Rolle, wie vielen Personen der Spot gezeigt wird? Sind "einige hundert" noch ok, einige tausend hingegen nicht mehr?

Und last but not least, die wichtigste Frage:

3. Darf Eminem Audi überhaupt verklagen? Das Riff hat er selbst "geklaut". Es stammt nämlich aus dem Song "Kashmir" des 75er Albums "Earls Court" der Herren Bonham, Page und Plant.

Dank übrigens an @MarkGGN - er machte mich auf die Sache mit Led Zeppelin aufmerksam

Social Media Experten

Being an expert in social media is like being an expert at taking the bread out of the refrigerator. You might be the best bread-taker-outer in the world, but you know what? The goal is to make an amazing sandwich, and you can’t do that if all you’ve done in your life is taken the bread out of the fridge.
Peter Shankman, via t3n.de

Social Media ist keine neue Raketenwissenschaft, sondern lediglich eine neue Facette des Marketings und des Kundenservice (die Öffentlichkeitsarbeit bitte nicht vergessen!). Social Media ganz allein für sich betrachtet, hilft keinem Unternehmen wirklich weiter.

So funktionieren die Medien; ob man es will oder nicht!

Die deutschen Medien sind ja irgendwie schon ein wenig berechenbar. Dass jedoch DAS Magazin, bzw. dessen Onlineversion den Twitter-Eklat bei der Bundespressekonferenz aufgreift, hätte ich nicht gedacht.

Von vorne: am Freitag, 25. März kam es zu Irritationen seitens der Pressevertreter über die Nutzung des Mediums Twitter zur Information der Allgemeinheit. Pressevertreter gehören auch zur Allgemeinheit - mit dem Unterschied, dass sie bislang eine Art Monopol für die Verbreitung der dort verkündeten Informationen hatten. Hatten!

Durch die Nutzung neuer Medien, wie Twitter, Facebook und Co wird die Gatekeeperfunktion der Journalisten untergraben. Sie sind teilweise nicht mehr erforderlich, um Informationen Richtung Empfänger zu transportieren. Sie fühlen sich übergangen, sie sind sauer und sie sind verunsichert.

Das ist die eine Seite, zu der es auch schon einiges nachzulesen gibt. Beispielsweise Robin Meyer-Lucht, Thomas Wiegold oder Thomas Knüwer. Allesamt möchte ich mal als "Blogger" bezeichnen - sie nutzen Blogs, um zu kommunizieren. Erfolgreich - zumindest für deutsche Verhältnisse.
Normalerweise sind Blogger schnell, sehr schnell. Sie berichten teilweise live, oder möglichst zeitnah zu einem Ereignis. In diesem Fall ist ein komplettes Wochenende vergangen, bevor das Thema den Sprung in die Medienwelt geschafft hat. Die in der Bundespressekonferenz anwesenden Journalisten hatten sicherlich keinerlei Interesse, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass der Regierungssprecher den Medienwandel verstanden hat, während sie sich diesem verweigern, bzw. ihn nicht mit gestalten.
Somit war klar, dass diese Peinlichkeit mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an die Öffentlichkeit kommt. Falsch gedacht! Denn es gibt ja die Blogger: investigative Multiplikatoren, die mehr wissen wollen, Informationen aktiv weitergeben und gut vernetzt sind (frei nach Ansgar Zerfaß).
Sie taten es spät, aber sie taten es!
Was dann folgte war auch voraussehbar: Twitter-Deutschland sprang auf den Zug auf und sorge für rasende Verbreitung. So twitterte heute die digitale Elite über einen Vorgang vom Freitag so heftig, dass Meedia eine Topstory brachte, dicht gefolgt von Spiegel Online - reichweitenstärkste Nachrichtenseite im deutschsprachigen Netz. Et voilá, jetzt weiß jeder davon - eben durch oder über dieses "Twitter". Das Medium, bei dem man sich anmelden muss, von dem man nicht weiß, ob es sicher ist und über das doch nur Belanglosigkeiten ausgetauscht werden.
So funktionieren die Medien; ob man es will oder nicht! Es ist halt so.

Das Unbehagen der Hauptstadtjournalisten mit dem twitternden Regierungssprecher - Das Video from Carta on Vimeo.

Arbeiten mit oder ohne Hirn - Social Media in der Personalberatung

Die Diskussion um Sperrung von Social Media am Arbeitsplatz kennen vermutlich die meisten von uns. Begründung ist meist, dass Wissen aus Unternehmen abgezogen werden könnte – Wissen im Sinne von geheimen Informationen, Patenten oder technologischen Entwicklungsständen.Für den modernen Wissensarbeiter ist es jedoch essentiell das Internet und somit auch Social Media für seine Arbeit nutzen zu können, um somit effektiv und effizient an Informationen in Form von Wissen zu kommen.

Der Begriff „Wissensarbeiter" wurde 1959 von Peter Drucker eingeführt. Er bezeichnet diejenigen Arbeiter, die nicht für ihre körperliche Arbeit und manuellen Fähigkeiten bezahlt werden, sondern für die Anwendung ihres erworbenen Wissens. Also diejenigen, die ihr Gehirn nicht an der Pforte abgeben und es zum Feierabend wieder abholen.

XING beispielsweise ist eine Social Media Plattform, die teilweise sehr hilfreich für die Arbeitswelt sein kann. Vor allem für sogenannte Personalberatungsagenturen, die umgangssprachlich auch gerne mal als Headhunter bezeichnet werden. (Was meist auch besser passt). Einige von ihnen beschäftigen augenscheinlich keine Wissensarbeiter. Es gibt dort Berater, die ihr Hirn bei Arbeitsbeginn abgeben und sich uneingeschränkt auf XING verlassen. Dort nehmen sie ihr Zielfernrohr (Suchfunktion) und schreiben alle Treffer pauschal mit demselben Text an - so scheint es zumindest in letzter Zeit gang und gäbe zu sein.

So landete aktuell dieses Anschreiben in meinem XING-Account und auch in dem meines Kollegen - der mir am Schreibtisch gegenüber sitzt. Exakt mit dem gleichen Wortlaut im Übrigen. Ich gehe davon aus, dass dieser Text noch zig-fach verschickt wurde.

Sehr geehrter Herr Knaus,

Ihr Profil auf Xing hat mein Interesse geweckt! Ich bin Research Consultant bei der xy Personalberatung und derzeit für einen unserer Mandanten, einem mittelständischem Medienunternehmen, auf der Suche nach einem Leiter Unternehmenskommunikation (Region Süddeutschland).

Leider konnte ich auf telefonischem Wege keinen Kontakt herstellen. Wenn Sie aber grundsätzlich Interesse haben, Näheres über die Position zu erfahren, wäre ich sehr dankbar über Ihre baldige Rückmeldung - wenn Sie mir Ihre private Mailadresse (idealerweise in Verbindung mit Ihrer Mobilnummer) nennen, könnte ich Ihnen gerne weitere schriftliche Informationen zukommen lassen.

Beste Grüße,

„Ihr Profil auf Xing hat mein Interesse geweckt“ bedeutet vermutlich nichts anderes als: Ich habe kein funktionierendes Netzwerk und war zu faul zum Googeln. Desweiteren verlasse ich mich darauf, dass die aufgehübschten Lebensläufe den reellen Positionen entsprechen.

Für was wird dieser Personalberater eigentlich bezahlt? Sicherlich nicht für Wissensarbeit. Suche, Copy & Paste und Senden ist geistig wohl nur wenig anspruchsvoller als körperliche Arbeit. Insofern sollten einige Personalberatungsfirmen mal in Erwägung ziehen, ihren Mitarbeitern XING als Hilfsmittel zu untersagen – nur damit sie mal wieder ein wenig nachdenken.

Es geht auch kreativer und mit mehr Hirn. Wie Scholz & Friends mit ihrer Recruiting-Pizza Kreative von Wettbewerbern abwerben, ist hier kurz zusammengefasst. Ganz ohne Personalberatungsagentur übrigens.

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via wuv.de

Ich hab' da eine Theorie

Sie hat etwas mit Bushintensitzer, Schlümpfen, Sympathie und Bauchgefühl zu tun.

Von vorne: Vor ein paar Tagen bin ich in Gedanken meine bisherigen Praktikanten/-innen durchgegangen - es waren so knapp zehn an der Zahl - und habe festgestellt, dass mir ausnahmslos alle sympathisch waren. Bevor ich sie eingestellt habe, hatte ich lediglich mit ihnen telefoniert; bis auf einen. Er wollte gerne zum Bewerbungsgespräch vorbei kommen.

Darüber hinaus sind so gut wie alle mit überdurchschnittlich guten - bis sehr guten Beurteilungen wieder zurück an die Hochschule.

Ich bin dann mal in mich gegangen und habe nachgeforscht, woran es wohl gelegen haben könnte, dass es immer so gut gepasst hat.

Und jetzt zu meiner Theorie: Bushintensitzer kommen besser mit Bushintensitzer klar und Schlümpfe ziehen Schlümpfe an.

Zur Verdeutlichung: Schlümpfe waren die, die bei der Klassenfahrt vorne im Bus saßen und mit dem Lehrer gefachsimpelt haben – also alle redeten mit einem: mit dem Lehrer. Einige tuschelten miteinander und andere beschwerten sich über die Lautstärke und den Verwegenheitsgrad der Musik, die natürlich jemand aus den hinteren Reihen in die Anlage schob.

Dann gab es aber noch die Fraktion, die hinten saß. Hier wurde kommuniziert, jeder mit jedem, über Reihen hinweg, laut. Es wurde gesungen, gelacht, zarte Bande geknüpft oder wild geknutscht. Hier war Leben!

Was hat das jetzt mit der Bushintensitzer-Theorie zu tun? Ganz einfach! Sie besagt, dass Bushintensitzer sofort spüren, ob sie einen Bushintensitzer oder einen Schlumpf vor sich haben. Bushintensitzer stellen lieber Bushintensitzer ein und Schlümpfe kommen besser mit ihresgleichen klar. Schlümpfe sind zu Schulzeiten nicht mit der hinteren Bank klar gekommen und werden es heute im Job auch nicht tun.

Gestern habe ich das bei einem Abendessen mal kurz gegen gecheckt. Gut 30 Personen (meist Verantwortliche für Onlinekommunikation aus DAX-Unternehmen) hatten freie Platzwahl im Restaurant. Es waren verschiedene Tische und jeder konnte sich setzen, wo er wollte. Ich stieß erst abends dazu und kannte somit so gut wie keinen und konnte somit nur nach Bauchgefühl entscheiden. Um es vorweg zu nehmen: es war ein guter Tisch mit sympathischen Menschen und es war der Tisch, der als letztes bezahlte.

Ich versuchte ich meine Theorie zu verfestigen und sie außerhalb der Praktikanten-Cheffe-Beziehung zu testen und fragte unvermittelt in die Runde, wo im Bus sie den früher gesessen seien. Von „hinten“ bis „natürlich ganz hinten“ reichte die Spanne. Volltreffer! Erst danach erklärte ich, warum ich das fragte.

Zum Schluß kam dann noch der Kellner an die Reihe. Er brachte meiner Tischnachbarin bereits das dritte Glas "Untertürkheimer Gips". Sie meinte, sie hätte doch gar keins mehr bestellt. Er: „Sie sehen so aus, als ob sie noch eins vertragen können!“. Und jetzt ratet mal, wo er bei der Klassenfahrt gesessen ist.