Sie hat etwas mit Bushintensitzer, Schlümpfen, Sympathie und Bauchgefühl zu tun.
Von vorne: Vor ein paar Tagen bin ich in Gedanken meine bisherigen Praktikanten/-innen durchgegangen - es waren so knapp zehn an der Zahl - und habe festgestellt, dass mir ausnahmslos alle sympathisch waren. Bevor ich sie eingestellt habe, hatte ich lediglich mit ihnen telefoniert; bis auf einen. Er wollte gerne zum Bewerbungsgespräch vorbei kommen.
Darüber hinaus sind so gut wie alle mit überdurchschnittlich guten - bis sehr guten Beurteilungen wieder zurück an die Hochschule.
Ich bin dann mal in mich gegangen und habe nachgeforscht, woran es wohl gelegen haben könnte, dass es immer so gut gepasst hat.
Und jetzt zu meiner Theorie: Bushintensitzer kommen besser mit Bushintensitzer klar und Schlümpfe ziehen Schlümpfe an.
Zur Verdeutlichung: Schlümpfe waren die, die bei der Klassenfahrt vorne im Bus saßen und mit dem Lehrer gefachsimpelt haben – also alle redeten mit einem: mit dem Lehrer. Einige tuschelten miteinander und andere beschwerten sich über die Lautstärke und den Verwegenheitsgrad der Musik, die natürlich jemand aus den hinteren Reihen in die Anlage schob.
Dann gab es aber noch die Fraktion, die hinten saß. Hier wurde kommuniziert, jeder mit jedem, über Reihen hinweg, laut. Es wurde gesungen, gelacht, zarte Bande geknüpft oder wild geknutscht. Hier war Leben!
Was hat das jetzt mit der Bushintensitzer-Theorie zu tun? Ganz einfach! Sie besagt, dass Bushintensitzer sofort spüren, ob sie einen Bushintensitzer oder einen Schlumpf vor sich haben. Bushintensitzer stellen lieber Bushintensitzer ein und Schlümpfe kommen besser mit ihresgleichen klar. Schlümpfe sind zu Schulzeiten nicht mit der hinteren Bank klar gekommen und werden es heute im Job auch nicht tun.
Gestern habe ich das bei einem Abendessen mal kurz gegen gecheckt. Gut 30 Personen (meist Verantwortliche für Onlinekommunikation aus DAX-Unternehmen) hatten freie Platzwahl im Restaurant. Es waren verschiedene Tische und jeder konnte sich setzen, wo er wollte. Ich stieß erst abends dazu und kannte somit so gut wie keinen und konnte somit nur nach Bauchgefühl entscheiden. Um es vorweg zu nehmen: es war ein guter Tisch mit sympathischen Menschen und es war der Tisch, der als letztes bezahlte.
Ich versuchte ich meine Theorie zu verfestigen und sie außerhalb der Praktikanten-Cheffe-Beziehung zu testen und fragte unvermittelt in die Runde, wo im Bus sie den früher gesessen seien. Von „hinten“ bis „natürlich ganz hinten“ reichte die Spanne. Volltreffer! Erst danach erklärte ich, warum ich das fragte.
Zum Schluß kam dann noch der Kellner an die Reihe. Er brachte meiner Tischnachbarin bereits das dritte Glas "Untertürkheimer Gips". Sie meinte, sie hätte doch gar keins mehr bestellt. Er: „Sie sehen so aus, als ob sie noch eins vertragen können!“. Und jetzt ratet mal, wo er bei der Klassenfahrt gesessen ist.